FAQ

Schwarzer und grüner Tee wird aus den Blättern der Camellia Sinensis, der chinesischen Teepflanze, hergestellt. Er wurde als erstes in China kultiviert, als wildes Gewächs jedoch auch in Indien entdeckt.
Chinesische Mönche und europäische Händler brachten das Gewächs nach Japan, Sri Lanka und in andere Länder. Heute gibt es mehr als 3000 Teesorten, wobei jede ihren eigenen Charakter besitzt und meistens nach der Region, aus der sie ursprünglich stammt, bezeichnet wird.
Grüner Tee entsteht, indem die frisch gepflückten Blätter vor dem Heißtrocknen gedämpft und dann getrocknet werden. Schwarzer Tee wird vor dem Trocknen fermentiert.
Flugtee ist ein First-Flush-Darjeeling, der aus der ersten Pflückung stammt. Kaum geerntet und fermentiert, wird der Darjeeling-Tee per Luftweg aus Indien in das jeweilige Importland überführt. Dieser Tee zeichnet sich durch seine besondere Frische und sein feines Aroma aus.
Die Qualität eines Tees ist von Faktoren wie Anbaugebiet, Klima, Erntezeiten, Pflücksorgfalt, Verarbeitung und Lagerung abhängig. So gibt es nicht nur Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbauregionen, sondern auch innerhalb eines Gebietes. Die Qualität des Tees einer Plantage, kann durchaus variieren. Aufgrund der Wetterbedingungen kann kein Teegarten zu jeder Jahreszeit immer die gleiche Qualität anbieten. Generell lässt sich sagen, dass Tee aus höhergelegenen Gebieten in der Regel von feinerer Qualität ist, da die Blätter langsamer wachsen und so einen duftigen Geschmack entwickeln können. Tees aus tiefer gelegenen Gebieten sind meist kräftiger und dunkler im Aufguss, können aber ebenfalls sehr hochwertig sein, z.B. kommen beste Sorten aus Assam.

 Die Qualität der Teebeutel unterscheidet sich generell nicht von der Qualität losen Tees. Beim Sieben der Tees fallen verschiedene Sortierungen an. Die feineren Blattgrade, Fannings und Dust, finden sich im Teebeutel wieder. Der Grund für die Verwendung kleiner Partikelchen liegt darin, dass der Teebeutel für die schnelle Tasse vorgesehen ist. Großblättriger Tee könnte sich zudem im Teebeutel gar nicht richtig entfalten. Die feineren Aussiebungen sind wesentlich konzentrierter, so dass der Tee in kürzester Zeit sein volles Aroma entfaltet.

 Allgemein sind Antioxidanzien Stoffe, die Oxidationsprozesse hemmen bzw. die Oxidation von Fetten im Körper verzögern. Die im Tee vorkommenden Antioxidanzien sind die sogenannten Flavonoide. Im menschlichen Organismus können sie zum Schutz vor freien Radikalen beitragen und so dabei helfen, die Entstehung von bestimmten Tumoren und Herzerkrankungen zu hemmen. Da die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers nicht immer ausreichend sind, ist eine Unterstützung durch Antioxidantien aus der Nahrung sinnvoll.

 Tee enthält eine große Bandbreite an ernährungsphysiologisch wertvollen Inhaltsstoffen. Die größte Gruppe bilden die antioxidativ wirkenden Catechine. Sie gehören zu den sogenannten Antioxidanzien, die einen positiven Einfluss auf den Cholesterin-Spiegel im Blut haben und dadurch unter anderem vorbeugend gegen Herzerkrankungen wirken.
Das im Tee enthaltene Koffein hat Einfluss auf das Zentrale Nervensystem. Es steigert das Wohlbefinden und wirkt zudem anregend. In einer Tasse sind etwa 40 mg Koffein enthalten. Die anregende Wirkung lässt sich allerdings durch die Ziehzeit beeinflussen. Nach einer Ziehzeit von ca. drei Minuten ist das Koffein vollständig gelöst. Körperliche und geistige Kräfte werden mobilisiert, Müdigkeit und Erschöpfungszustände verscheucht. Mit zunehmender Brühzeit werden immer mehr Polyphenole freigesetzt, die dem Tee eine eher beruhigende Wirkung verleihen. Diese beruhigenden Eigenschaften wirken sich auch positiv auf den Magen- und Darmtrakt aus.
Daneben enthält Tee Mineralstoffe und Spurenelemente wie Fluor, Kalium und Zink. Fünf bis sechs Tassen Tee decken 45% des Tagesbedarfs an Mangan – wichtig für den Aufbau der Knochensubstanz – sowie ¾ des Tagesbedarfs an Kalium – gut für Herztätigkeit, Muskeln und Nerven. Das im Tee enthaltene Fluorid schützt vor Karies. Zudem sind in Tee B-Vitamine (B1, B2, B6) enthalten. Diese erfüllen eine wichtige Funktion für den Stoffwechsel, indem sie Energie aus der Nahrung freisetzen.
Ätherische Öle verleihen dem Tee Duft und Aroma und stimulieren somit die Geruchs- und Geschmacksnerven.

 Sowohl Grüner als auch Schwarzer Tee sind reich an antioxidativen Polyphenolen.
Eine Untergruppe der Polyphenole, die Catechine, werden bei der Fermentation zu Thearubigen und Aromastoffen umgewandelt. Daher ist der Catechingehalt bei Grüntee höher als bei Schwarztee. Insbesondere das Epigallocatechingallat findet sich im Grünen Tee.

 Eine Tasse (200 ml) Tee enthält im Durchschnitt 40 mg Koffein. Zum Vergleich: Eine Tasse Bohnenkaffee enthält etwa doppelt so viel.
Das 1827 erstmals im Tee entdeckte Koffein wurde zunächst als „Tein“ bezeichnet. Im Gegensatz zu Kaffee kommt es im Tee nicht in freier, sondern in gebundener Form vor, was eine andere Aufnahme und Wirkungsweise im Körper hervorruft. Während das Koffein im Kaffee zu einer rasch eintretenden, aber auch schnell wieder nachlassenden Anregung führt, bewirkt das Koffein aus dem Tee eine sanftere Anregung, die deutlich länger anhält. Man kann mit Recht sagen: „Tee regt an, aber nicht auf“.

 Ausgehend vom trockenen Blatt ist der Koffeingehalt bei beiden gleich groß. Wieviel Koffein in den frisch aufgebrühten Tee übergeht, hängt jedoch von der Zubereitungsart ab. Koffein löst sich bei 100 Grad C innerhalb von 2-3 Minuten. Bei geringerer Temperatur naturgemäß langsamer sodass bei einer 70 Grad Zubereitung Grüner Tee im ersten Aufguss weniger Koffein enthalten kann.

 Gartentees – auch als Lagentees bezeichnet – stammen von einer einzigen Teeplantage und werden im Gegensatz zu den „blends“ nicht mit anderen Teesorten gemischt. Dadurch können Qualität und Geschmack eines solchen Tees von Pflückung zu Pflückung variieren. Gartentees sind nur im Fachhandel erhältlich.

 Der Beruf des Teeverkosters ist kein klassischer Lehrberuf. Die meisten Bewerber beginnen in einem Teehandelshaus im kaufmännischen Bereich. Die Ausbildung zum Tea-Taster dauert insgesamt circa sieben Jahre. Innerhalb dieser Zeit lernen sie von den erfahrenen Teeverkostern das Handwerk. Frühestens nach dieser Zeit sind sie in der Lage, alle Teesorten zu benennen und miteinander zu vergleichen. Durch Feststellen der Qualität der Rohware (visuelle Prüfung, Geruchs- und Geschmacksprobe) trifft der Teeverkoster Entscheidungen über den Kauf von Tees. Bei diesem Beruf gilt in erster Linie: „Erfahrung macht den Meister“. Ebenso wichtig ist die Liebe zum Produkt.

 Qualitativ gutes Wasser und die richtige Ziehzeit sind – neben dem Produkt selbst – ausschlaggebend für eine aromatische Tasse Tee. Mit den folgenden Tipps wird Ihnen die Zubereitung mit Sicherheit glücken:

  • Verwenden Sie eine vorgewärmte Tasse oder Kanne (spülen Sie diese einfach mit etwas heißem Wasser aus).
  • Verwenden Sie zum Aufbrühen immer frisches, kaltes Wasser.
  • Bringen Sie das Wasser kurz zum Kochen. Nicht zu lange, sonst geht zuviel Sauerstoff verloren, der für die Entfaltung des besonderen Aromas des Tees wichtig ist.
  • Verwenden Sie ausreichend Tee, 1 Teelöffel Blatttee oder 1 Teebeutel pro Tasse, denn nur so erhalten Sie die gewünschte Stärke des Aufgusses.
  • Lassen Sie nie länger als 3-4 Minuten ziehen, der Tee wird durch eine längere Ziehzeit nicht stärker, sonder bitterer.
  • Diese Regeln gelten für Schwarztee. Weil bei ihm erst ab ca. 96 Grad C die Aroma- und Geschmackstoffe in Lösung gehen.
  • Grüner Tee kann nach Lust und Laune mit warmem oder kochendem Wasser zubereitet werden, die uralten chinesischen Traditionen erlauben sowohl das eine wie das andere. Klar ist, dass die Wirkstoffe mit kochendem Wasser schneller und vollständiger gelöst werden. Der Geschmack und das Aroma sind temperaturunabhängig.

 

 Generell ist Tee ein Produkt mit langer Haltbarkeitsdauer, die Mindesthaltbarkeit beträgt in der Regel 18 Monate. Eine Ausnahme bilden hier die aromatisierten Tees, die aufgrund der Aroma-Zusätze empfindlicher auf Luftfeuchtigkeit und den Kontakt mit Sauerstoff reagieren. Die Haltbarkeit ist in großem Maße von der Lagerung abhängig. Insbesondere stark duftende Gewürze können das feine Aroma beeinträchtigen. Damit Sie möglichst lange etwas von ihrem Tee haben, sollten Sie ihn kühl und trocken aufbewahren. Am besten eignen sich dafür gut verschließbare Blechdosen, die im Teefachgeschäft in großer Auswahl angeboten werden.

 Für die Zubereitung empfiehlt sich möglichst weiches Wasser, da sich das feine Aroma so besser entfalten kann. Hartes Wasser sollte man einige Sekunden im offenen Kessel aufwallen lassen; dabei verdampfen Chlor und Phenole und der Kalk setzt sich ab. Generell ist die Wasserqualität in Deutschland sehr gut.

 Wasserfilter sind zwar kein „Muss“, können aber bei sehr kalkhaltigem Wasser durchaus einen positiven Einfluss auf den Geschmack des Tees haben. Von Mineralwasser hingegen ist eher abzuraten, da sie oft Salze enthalten, die den Teegeschmack beeinträchtigen.

Neben dem allseits bekannten Blatt-Tee erhält man beim Sieben der getrockneten Teeblätter eine Reihe weiterer Sortierungen – Broken, Fannings und Dust. Maßgeblich für die Bezeichnung ist die Größe des Blattes, der Blattgrad. Die Blatt-Tees erkennt man an der Bezeichnung „Orange Pekoe“, die Broken-Tees heißen „Broken Orange Pekoe“. Je nach Blattgröße kommen weitere Spezifizierungen hinzu (vgl. Tab.). Diese Bezeichnungen sind standardisiert und gelten für sämtliche Schwarztees. Darüber hinaus verleihen einzelne Plantagen ihren Tees oftmals Zusatzbezeichnungen, die das jeweilige Produkt näher charakterisieren. „STGFOP“ zum Beispiel heißt „Special Tippy Golden Flowery Orange Pekoe“.
Die Blattgröße hat keinen Einfluss auf den Geschmack des Tees. Dieser ist viel mehr von Faktoren wie Anbaugebiet, Erntezeit, Klima usw. abhängig. Was wirklich zählt sind der Duft und Geschmack des Aufgusses.
Blatt-Tees zeichnen sich durch ihre großen, langen Blätter aus und tragen die Bezeichnung Orange Pekoe. Sie sind leicht und aromatisch im Geschmack.
Broken ist die Bezeichnung für die nächst gröberen Absiebungen aus den Blatt-Tees. Charakteristisch sind hier die etwas dunklere Farbe und ein kräftigeres Aroma. Fannings sind kleine Aussiebungen, die fast ausschließlich für Aufgussbeutel verwendet werden. Sie ergeben eine äußerst kräftige Tasse und besitzen ein eher herbes Aroma. Die Extrakte der Fanning-Tees werden vom Wasser besonders gut und schnell aufgenommen.
Dust ist die kleinste Aussiebung der Blatt-Tees und daher sehr ergiebig. Für eine Tasse benötigen Sie nur 1 bis 1,5 Gramm. Diese sehr feine Teekörnung eignet sich hervorragend für Teebeutel. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die handelsüblichen Blattgrade.

Das Sortieren – Grundsätzlich erhält man
Blatt-Tee Großblättrige Sortierung; meist langes, großes Blatt, wenig bitternd
Broken-Tee eine kleinblättrige Sortierung (nicht „gebrochen“, sondern mechanisch zerkleinert), sehr ergiebig, dunkel färbend, herb
Fannings und Dust Die kleinsten und allerkleinsten beim Sieben anfallenden Blätter, speziell für Aufgussbeutel, herb und dunkelfärbend

 

Handelsübliche Blattsortierungen sind
(in abnehmender Blattgröße)
Tippy Golden Flowery Orange Pekoe TGFOP
Golden Flowery Orange Pekoe GFOP
Flowery Orange Pekoe FOP
Orange Pekoe OP
Pekoe P
Handelsübliche Broken-Sortierungen sind
(in abnehmender Blattgröße)
Tippy Golden Flowery Broken Orange Pekoe TGFBOP
Golden Flowery Broken Orange Pekoe GFBOP
Flowery Broken Orange Pekoe FBOP
Broken Orange Pekoe BOP
Broken Pekoe BP
Fannings F
Dust D

 

Das „Kreieren“ von Mischungen gehört zu den Aufgaben des „Tea Tasters“, dem sogenannten Teeverkoster. Er prüft die Qualität des Tees und entscheidet, welche Tees die perfekte Mischung ergeben. Um zu wissen, welche Teesorten zusammenpassen und den Geschmack der Verbraucher zu treffen, muss der Teeverkoster alle Sorten kennen. Dies erfordert langjährige Erfahrung und einen feinen Geschmackssinn.
Die meisten Tees, die bei uns in den Handel kommen, sind Mischungen aus verschiedenen Sorten und Ernten. Der Verbraucher erwartet ein Produkt, das qualitativ immer auf dem gleichen Niveau ist. Da Tee jedoch ein Naturprodukt ist und die Erntequalitäten je nach klimatischen Bedingungen variieren können, sind Mischungen die einzige Möglichkeit, einen Tee anzubieten, der über das gesamte Jahr hinweg – also über die Spitzenernten hinaus – die gleichen qualitativen Charakteristika aufweist, um so den Ansprüchen der Teeliebhaber gerecht zu werden.
Aufgrund seines Koffeingehalts wurde Tee bisher eine leicht harntreibende Wirkung zugesprochen. Eine Studie des Nebraska Medical Center, USA belegt jedoch, dass das Koffein eine untergeordnete Rolle spielt. Tee unterstützt, ebenso wie andere Getränke, die täglich empfohlene Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern. Eine aktuelle Untersuchung des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund zeigt zudem, dass Teetrinkerinnen besonderes gut mit Flüssigkeit versorgt sind. Für Prof. Dr. Friedrich Manz steht fest: „Tee und Kaffee sind nicht als ‚Flüssigkeitsräuber’ einzustufen.“
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